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Internationaler Friedenspreis Dresden-Preis

Preiszeremonie am 27. Juni 2021 um 11 Uhr in der Semperoper

Preisträgerin 2021: Dr. Cristina Marín Campos (Spanien)

Fotos: Juan Carlos Rojas

Ticketverkauf ab 16. Juni 2021

Angesichts der sich entspannenden Corona-Lage kann die Veranstaltung in der Semperoper Dresden vor Publikum stattfinden. Dennoch wird das Platzangebot aufgrund der weiterhin bestehenden Abstands- und Hygieneregeln eingeschränkt sein. Der Kartenvorverkauf – Ticketpreis 5 Euro – findet  ab dem 16. Juni 2021   nur online statt unter www.semperoper.de. Für den Besuch der Veranstaltung gilt die aktuelle Sächsische Corona-Schutz-Verordnung. Die Semperoper bittet darum, die aktuellen Informationen zum Vorverkauf und zu den Hygienebestimmungen auf semperoper.de zu beachten.

„Ich wollte die Situation für die Kranken etwas menschlicher machen“

Die 32jährige Cristina Marin Campos, Ärztin am Hospital Universitario de La Princesa in Madrid, hat weit mehr getan als ihre ärztliche Pflicht.  Als die erste Pandemie-Welle im Frühjahr 2020 Spanien besonders hart getroffen hat,  war auch ihr Krankenhaus überfüllt mit Covid-19-Patienten.   Die Ärztin realisierte schnell, dass die Kranken auf den von der Außenwelt abgeschotteten Stationen besonders unter der Isolation litten. Noch im März rief sie deshalb über die sozialen Medien die spanische Bevölkerung auf, Briefe an die Patientinnen und Patienten zu schicken. „Ich wollte die Situation für die Kranken etwas menschlicher machen, ihnen Ermutigung geben“, erklärt sie ihre Aktion.

Allerdings hatte sie nicht mit einer derart großen  Resonanz  gerechnet. Bereits am ersten Tag gingen 35 000 Briefe ein. Sie kamen aus allen Schichten der spanischen Bevölkerung. Viele Kinder schrieben, ebenso Bewohnerinnen und  Bewohner von Altenheimen. Selbst Gefängnisinsassen beteiligten sich an der Aktion. Und alle Schreiben hatten eine ähnliche Botschaft: „Haltet durch, ihr seid nicht allein.“

Gerhart Baum, Ehrenmitglied des   Vereins „Friends of Dresden Deutschland“ und ehemaliger Bundesinnenminister würdigt das Engagement der jungen Ärztin:

„In Zeiten wie diesen brauchen wir solche menschlichen Gesten wie die von Cristina Marin Campos. Sie machen uns Mut. Und es ist beeindruckend, wie ein von der Pandemie und auch den Maßnahmen dagegen  viel stärker als Deutschland betroffenes Land wie Spanien Solidarität und Mitgefühl zeigt. Angesichts dessen  muss man es als besonders beschämend empfinden, dass es nirgends in der Welt so viele Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen gibt wie in Deutschland. Die es genau  an diesem vermissen lassen: Solidarität und Mitgefühl.“

Beate Spiegel, Geschäftsführerin der Klaus Tschira Stiftung ergänzt: „Die Corona-Krise hat uns gezeigt, wie wichtig das Engagement Einzelner für den Zusammenhalt der Gesellschaft ist. Neben wissenschaftlicher Forschung und medizinischer Kunst ist einfach das menschliche Mitgefühl ein wesentlicher Faktor der Heilung. Frau Marin Campos hat mit einer spontanen Idee für Hoffnung bei den Leidtragenden der Pandemie gesorgt und kann ein Vorbild für uns alle sein, die wir uns fragen sollten, wie wir Anderen in diesen Zeiten eine Freude machen können.  Der Preis für sie ist auch ein Ausdruck der europäischen Solidarität in der Corona-Krise.“

Künstler wie René Pape ehren verstorbene Mediziner

Nach offiziellen Schätzungen sind weltweit mehr als 100.000 Ärzt*innen und Pfleger*innen bei der Ausübung ihrer Arbeit an COVID-19 gestorben. An fünf dieser Schicksale werden stellvertretend für alle Opfer der Pandemie fünf Musiker unterschiedlicher Genres erinnern. Neben Opernweltstar René Pape werden die sizilianische Liedermacherin und Sängerin Etta Scollo, der britische Straßenmusiker Geraint John Jones, der niederländische Opernsänger Martin-Jan Nijhof, Ensemblemitglied der Semperoper Dresden, sowie der aus St. Petersburg stammende Akkordeonspieler Valentin Butt diese Geschichten erzählen und zum Gedenken an die Opfer und für alle betroffenen Familien das musikalische Programm gestalten.

Hanna Schygulla liest aus Briefen an Covid-Patienten

Hätte Hanna Schygulla mit „Die Ehe der Maria Braun“ nur diesen einen Film gedreht, wäre sie allein schon damit zur Legende geworden. Aber natürlich hat die Schauspielerin  und Sängerin viel mehr getan. Neben Fassbinder dreht sie unter anderem mit Andrzej Wajda, Wim Wenders und Jean-Luc Godard.  Unvergesslich ist sie als Willie Butterberg im Film „Lilly Marleen“.  Für die Rolle der Susanne Staub in Fatin Akins „Auf der anderen Seite“ gewann sie 2008 als erste deutsche Schauspielerin  den renommierten US-amerikanischen Kritikerpreis  National Society of Film Critics Award.

Im Rahmen der Verleihung des Dresden-Preises 2021 wird Hanna Schygulla aus Briefen lesen, die Spanier an in Krankenhäusern isolierte  Covid-Patienten geschickt haben.