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Internationaler Friedenspreis Dresden-Preis

1.Kachel Lucano
Dresden-Preisträger Domenico Lucano verhaftet
2. Kachel Lucano2
Menschen in ganz Italien gehen für „Mimmo“ auf die Straße
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Statement von Wim Wenders zur Verhaftung Lucanos
3. Kachel Lucano
Hashtag mit gewaltiger Resonanz: Ich stehe hinter Mimmo

Mit Bestürzung und Zorn haben wir die Nachricht aufgenommen, dass Domenico Lucano (Dresden-Preis 2017)  in Riace verhaftet wurde.   Ihm wird Förderung von illegaler Migration vorgeworfen.    Domenico ist ein leidenschaftlicher Menschenfreund, der keinen Unterschied macht, woher Menschen kommen, die Hilfe brauchen. Und ihm war nie wichtig, ob seine Hilfe für andere ihm vielleicht selbst schaden könnte.  Es scheint, als wolle die neue italienische Regierung nun  gerade an ihm, der zum Symbol der mitmenschlichen Flüchtlingsintegration nicht nur in Italien, sondern weltweit wurde, ein Exempel statuieren. Wir denken an Domenico und werden jede Möglichkeit nutzen, ihn zu unterstützen.

Seit die Nachricht von der Festsetzung des Bürgermeisters von Riace bekannt wurde, bekunden Tausende auf Italiens Straßen und Plätzen ihre Solidarität mit dem Mann, der Mitmenschlichkeit zum obersten Gebot im Umgang mit Flüchtlingen gemacht hat. Dicht gedrängt hielten am 3. Oktober in Rom Menschen Fotos von Mimmo, wie Domenico unter Italienern  genannt wird,  hoch. Aber auch in Neapel, Ferrara, Bologna und vielen anderen Städten wurde gegen Domenicos Verhaftung protestiert. Auf den Schildern der  Demonstranten  war zu lesen: Mimmo Libero. Mimmo freilassen.   Und immer wieder: La solidarieta non e reato.  Solidarität ist nicht kriminell.

Wim Wenders drehte 2009 einen Film über Riace. Gegenüber „European Alternatives“ äußerte er sich jetzt zur Verhaftung Lucanos.

„Wenn wir beginnen, Menschen guten Willens, Visionäre und große Europäer wie Mimmo Domenico Lucano festzunehmen, können wir bald die gesamte Idee unserer europäischen Kultur aufgeben. ,Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit‘ ist in großen Buchstaben über unseren Kontinent geschrieben, aber ,Unterdrückung, Ausgrenzung und Feindseligkeit‘ werden zu den neuen Slogans von Nationalisten in ganz Europa, die zu vergessen scheinen, welches Leid und Blutvergießen ihre Ideologie über unseren Heimatkontinent gebracht hat. Die Vergangenheit kann nicht die Zukunft Europas sein!“

Auf #IostoconMimmoLucano, Ich stehe hinter Mimmo, bekunden immer mehr   Unterstützer Lucanos ihre Solidarität. Eine Twitter-Userin schreibt: Er hätte den Friedensnobelpreis verdient und bekommt stattdessen Hausarrest. Eine andere twittert, dass sie sich schäme für Italien, wenn so etwas geschehen kann. Es wird Zorn geäußert bis zu ohnmächtiger Wut. Es gibt viele Fotos der vielen Demonstrationen und Aufrufe zu noch mehr Demonstrationen. Wer all das liest, kann ahnen, was Riace und Domenico Lucano für zumindest einen Teil von Italien bedeuten. Er ist ein Symbol, das sie sich nicht nehmen lassen wollen. Auch ein Hashtag #freeMimmo gibt es und #Riace auch.

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PRESSESCHAU

Für das Foto tut er es noch einmal: die Augen geschlossen, den Arm nach oben gestreckt, die rechte Hand zur Faust geballt. So wie er es vor fast 50 Jahren tat. Als er als Sieger auf dem Podest der olympischen Spiele in Mexiko stand. Jetzt steht er im Souterrain seines Hauses bei Atlanta vor einem Gemälde, das …

Voll aufrichtiger Demut und hohem Respekt in Anbetracht dieses weitreichenden internationalen Preises stehe ich heute vor Ihnen.

Präsident, geschätztes Kuratorium des 9. Internationalen Friedenspreises: Im ständigen Kampf für Frieden versuchen wir ehrenhaft, die soziale Brücke hin zu dem Ort zu überqueren, an dem Rasse etwas Dezentrales ist. …

….Smith kalkuliert die Gefährlichkeit seiner Aktion nicht wie ein Buchhalter und er misst nicht ab, wie weit er gehen kann, ohne die Rassisten zum Gegenschlag herauszufordern. Er berechnet nicht, wie seine Chancen stehen, ungeschoren aus dieser Demonstration herauszukommen. Er tut einfach das, was ihm notwendig erscheint: Jetzt, in diesem Moment, an diesem Ort und vor aller Augen.

Die Berichte von der Siegerehrung gehen am 16. Oktober 1968 und in den Tagen danach über alle Fernsehkanäle und Radiosender in die ganze Welt. …

Dresdner Neueste Nachrichten

Den Preis stemmt er mit seiner Rechten Richtung Bühnenhimmel. Es wirkt spielerisch. Und es ist ein Spiel, vielleicht. Dann aber eins mit ernstem historischen Hintergrund, weil es an eine frühere Geste angelehnt ist, für die derselbe Mann – nun im Wortsinn Träger des Dresden-Preises – vor fast genau 50 Jahren teuer bezahlt hat: mit dem Ende seiner Sportler-Karriere, die trotz vieler Erfolge noch riesiges Potenzial hatte. Er bezahlte auch mit finanzieller Unsicherheit, einer zerbrochenen Ehe, mehr noch aber mit dem, was man heute mit dem fast lächerlich anmutenden Begriff Shitstorm bezeichnet. ….