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Internationaler Friedenspreis Dresden-Preis

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Neues über vormalige Preisträger
Spielberg-Film über Ellsberg-Geschichte
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Preisverleihung 2017
Die Chance, die sonst keiner sah
Verleihung vom Dresder Friedenspreis an den Buergermeister der Gemeinde Riace , Domenica Locano , und das Ehepaar Gelardi am 12.02.2017 in der Semperoper in Dresden . Foto: Oliver Killig
Preisverleihung 2017
Dresdner Friedenspreis geht nach Italien

Steven Spielberg dreht einen Film über die Geschichte der Veröffentlichung der Pentagon-Papiere.  Ellsberg hatte 1971 mit der Enthüllung der streng geheimen Akten Geschichte geschrieben. Er riskierte seine Freiheit und seine Existenz, um die Lügen über den Vietnam-Krieg öffentlich zu machen. Für seinen Mut, der Vorbild war und ist für spätere Whistleblower, wurde er 2016 mit dem 7. Dresden-Preis geehrt.

FAZ, 13.2.2017
Das italienische Dorf Riace war fast ausgestorben, als ein Boot mit 300 Flüchtlingen strandete. Der spätere Bürgermeister hatte eine Idee. Jetzt hat Domenico Lucano den „Dresden-Preis“ erhalten.

Deutsche Presseagentur (dpa), 12.2.2017
Es ist eine denkwürdige Preisverleihung. Nicht nur den Geehrten stehen Tränen in den Augen. Für ihr humanitäres Handeln werden in Dresden drei Italiener geehrt. Und draußen zeigen viele Mitgefühl.
Standing Ovations für drei Menschen aus dem Volk.

Domenico Lucano
Preisverleihung 2017
Preisträger
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Die Denkmäler einer Menschheitstragödie
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„Sie sind doch auch Kinder Gottes“

An einem frühen Julimorgen im Jahr 1998 landete ein Segelschiff mit 250 kurdischen Flüchtlingen am Strand des kleinen kalabrischen Dorf Riace. Der damalige Chemielehrer Domenico Lucano war einer von jenen, die sich sofort um die erschöpften Menschen kümmerten. Und er hatte eine Idee: Warum sich nicht gegenseitig retten?

Manchmal sind es ein Dutzend, anderntags Hunderte. Seit Jahren erreichen uns in immer schnelleren Takt Nachrichten über Flüchtlinge, die im Mittelmeer ertrunken sind. Inzwischen geht man von mehreren Zehntausend aus, die in den letzten 20 Jahren so den Tod  fanden. Die Nachrichten werden schnell wieder vergessen. Was bleibt und noch lange bleiben wird, sind die Gräber der toten Flüchtlinge auf den Friedhöfen Siziliens.

Wenn sizilianische  Zeitungen wieder einmal berichten über wieder im Mittelmeer ertrunkene Flüchtlinge, dann folgt meistens am Ende des Artikels eine Reihe von Ortsnamen. Es sind  die Namen jener Gemeinden, die sich bereit erklärt haben, die Toten auf ihren kommunalen Friedhöfen  zu bestatten.  Kein Küstenort, wo die Leichen angeschwemmt werden oder die Rettungsboote landen, kann es noch allein schaffen, alle auf seinem Friedhof aufzunehmen.