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Internationaler Friedenspreis Dresden-Preis

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Der lange Weg eines stillen Helden
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Günter Wallraff hält Laudatio
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Lyambiko mit Songs von Nina Simone

Für das Foto tut er es noch einmal: die Augen geschlossen, den Arm nach oben gestreckt, die rechte Hand zur Faust geballt. So wie er es vor fast 50 Jahren tat. Als er als Sieger auf dem Podest der olympischen Spiele in Mexiko stand. Jetzt steht er im Souterrain seines Hauses bei Atlanta vor einem Gemälde, das …

Der vielfach ausgezeichnete Enthüllungsjournalist und Schriftsteller Günter Wallraff engagiert sich seit Jahrzehnten gegen Rassismus, unter anderem als Botschafter der Initiative „Respekt! Kein Platz für Rassismus“. Mit seinem Film „Schwarz auf Weiß – eine Reise durch Deutschland“ aus dem Jahr 2009 deckte er latenten und offenen Rassismus im Land auf.

Lyambiko gilt als eine der besten Jazzsängerinnen Deutschlands. Bei der Preisverleihung an Tommie Smith in der Semperoper wird die Echo-Preisträgerin gemeinsam mit ihrer Band mehrere Songs von Nina Simone performen, der musikalischen Ikone der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Aufgewachsen im thüringischen Greiz hat Lyambiko als Tochter eines aus Tansania stammenden Vaters selbst Erfahrungen mit Rassismus gemacht.

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Hertha-Manager übergibt Dresden-Preis
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Kartenverkauf
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40 000 sahen Ausstellung

Am 14. Oktober knieten die Fußballer von Bundesligist Hertha BSC vor dem Spiel gegen FC Schalke 04 nieder auf dem Rasen. Eine Solidaritätsgeste mit den Sportlern der amerikanischen NFL, die auf diese Weise seit Monaten gegen Rassismus demonstrierten. Weltweit honorierten Medien die Geste der Berliner. Und Colin Kaepernick, jener NFL-Spieler, der den Protest in den USA begann, schrieb nach Berlin: Danke!

Paul Keuter, Mitglied der Hertha-Geschäftsleitung, der die Solidarisierungsaktion initiiert hatte, wird nun am 18. Februar den Dresden-Preis an Tommie Smith übergeben. Smith war letztlich das Vorbild jener NFL-Sportler, und damit auch von Hertha, für ihre Protestaktion.

Robert war fünf, als er starb, Trayvon 17 und Kamal 19. Sie sind drei von 15 Rassismusopfern aus Deutschland, den USA, Schweden, Italien, Ungarn, Norwegen, Großbritannien und Russland , über die vier Schüler des Dresdner Marie-Curie-Gymnasiums (Foto) bei der Preisverleihung berichten werden. Zu den 15 gehören auch Jorge Gomondai und Marwa El-Sherbini, die in Dresden getötet worden. Und der 66jährige Kooros Effatian. Er saß in seiner Wohnung in Malmö auf dem Sofa, als er von Schüssen durchs Fenster getötet wurde. Sieben Jahre lang hatte der rassistische Sniper Peter Mang Jagd auf Dunkelhäutige gemacht, schoss in erleuchtete Zimmer, durch Schaufensterscheiben, in Autos.

Eintrittskarten für die Verleihung des 9. Dresden-Preises  am 18. Februar 2018 um 11 Uhr in der Semperoper zum Preis von 10 Euro (Schüler/Studenten ermäßigt 5 Euro) sind erhältlich beim Besucherdienst der Semperoper, Schinkelwache, Theaterplatz 2, 01067 Dresden, T 0351-4911705, bestellung@semperoper.de sowie über www.semperoper.de

Ein erstes Mal hatten die Veranstalter des Dresden-Preises im Februar 2017 neben der Preisverleihung auch eine eigene Ausstellung präsentiert. „Lampedusa 361“ zeigt   Fotos der sizilianischen Gräber von Flüchtlingen, die vor den Küsten Italiens ertrunken sind. Gräber, die auch Denkmale des Versagens der Weltpolitik sind.  Nach Dresden im Februar war die Exposition im Juli in Düsseldorf ausgestellt. Bisher sahen sie mehr als 40 000 Besucher. Zur Zeit laufen Gespräche über die Möglichkeit, die Ausstellung in Städten in Italien und den USA zu zeigen.