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Internationaler Friedenspreis Dresden-Preis

11. Februar 2019: Der 10. Dresden-Preis geht an Kim Phuc Phan Thi – das Napalm Girl

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Weltweit wurde über den Dresden-Preis berichtet
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ARD Tagesschau: „Napalm Girl“ erhält Dresdner Friedenspreis
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ZDF: Friedenspreis für „Napalm Girl“
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3Sat Kulturzeit: Dresden-Preis

Über die Verleihung des „Dresden-Preises“ an Kim Phuc Phan Thi wurde von Medien weltweit berichtet. Es reicht vom amerikanischen Time-Magazine, Time Magazin, The New York Times und CBS über sky.news, die britischen „Guardian“ und „Independent“ bis zu Medien in Vietnam und Italien. In Deutschland haben sowohl die ARD-Tagesschau wie auch ZDF heute und 3Sat Beiträge über die Preisverleihung gesendet. Hinzu kommen Artikel unter anderem in FAZ, Spiegel-Online  und Tagesspiegel.

Das Bild ging um die Welt: Im Juni 1972 lief die Vietnamesin nach einem Napalm-Angriff nackt über die Straße. Ein Symbol für die Schrecken des Vietnam-Krieges. Nun hat Kim Phuc Phan Thi den Dresdner Friedenspreis erhalten.

Viele kennen sie als „Napalm Girl“. Jetzt ist die Vietnamesin Kim Phuc Phan Thi für ihren unermüdlichen Einsatz für Versöhnung und Vergebung mit dem Dresdner Friedenspreis ausgezeichnet worden.

Kaum jemand kennt Kim Phuc Phan Thi, aber nahezu jeder ihr Bild: Die heute 55-Jährige wird als internationale Friedensaktivistin geehrt.

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James Nachtwey hielt Laudatio auf Kim
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Herzog von Kent überreichte die Preisskulptur
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John Schmitz erinnert an Günter Blobel
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Schüler erzählten von Opfern ohne Hass

Mit einer beeindruckenden Laudatio würdigte James Nachtwey, der wohl berühmteste Kriegsfotograf unserer Zeit, Preisträgerin Kim Phuc. Er erhielt selbst den Dresden-Preis im Jahr 2012. Und das Foto von Nick Ut des „Napalm Girls“ aus dem Jahr 1972 war ein wichtiger Grund, dass er überhaupt Fotograf wurde. Denn es zeigte ihm, dass Fotos etwas bewirken können.

Unter anderem sagte Nachtwey:

„Ihr Leben war zu einem Symbol des Krieges geworden, und sie hat den Entschluss gefasst, ihr Leben zu einem Symbol des Friedens zu machen. Sie entschloss sich, den Hass loszulassen – zu verstehen, dass sie in ihrem Herzen Vergebung finden und die Tragödie durch Liebe erlösen kann, auch wenn nie Gerechtigkeit herrschen wird.“

S.K.H. Herzog von Kent wurde 2015 mit dem Dresden-Preis geehrt, und zwar für seinen Beitrag zur britisch-deutschen Versöhnung. Nun überreichte er der Preisträgerin des Jahres 2019 die Preisskulptur. In seiner Rede erwähnte er die engen Beziehungen zwischen Dresden und Coventry. Und er sprach über den Wiederaufbau der Frauenkirche, für die der britische Dresden-Trust – dessen Schirmherr er ist – das Turmkreuz stiftete.

Wörtlich sagte er weiterhin:

„Wir alle erleben unsichere Zeiten. Mehr denn je kommt es jetzt auf Versöhnung und Freundschaft an.

Heute erinnern wir uns an ein furchtbares Bild des Krieges: an das Foto von Kim Phuc Phan Thi. Mit ihrem Schmerz, ihrem Mut, ihrer Vergebung und ihrem Mitgefühl ist sie ein lebendes Symbol für uns alle.“

Ohne Nobelpreisträger Günter Blobel wäre der Dresden-Preis nie möglich gewesen. Er war maßgeblicher Initiator. Mit der ihm eigenen Leidenschaft tat er alles für diesen Preis. Am 18. Februar 2018 – wenige Stunden nach der Verleihung des 9. Dresden-Preises – ist er gestorben. Die 10. Preisverleihung war ihm gewidmet.

John Patrick Schmitz (Foto), Vorstandsmitglied der von Blobel 1994 in New York gegründeten Friends of Dresden Inc., Washingtoner Anwalt und langer, enger Wegbegleiter von George Bush senior, erinnerte an seinen Freund Blobel in einer sehr emotionalen Rede. Am Ende sagte er unter Tränen: „Günter, wir danken Dir“. Danach erhoben sich die 1400 Gäste in der Oper, um Günter Blobels zu gedenken.

Unter dem Titel „Meinen Hass bekommt ihr nicht“ berichteten vier Dresdner Schüler während der Preisverleihung in einer szenischen Lesung von Opfern weltweit, die sich wie Kim Phuc dem Hass verweigern. So wie es Angehörige von Opfern des Anschlags auf das World Trade Center tun, die sich gegen Vergeltungskriege aussprechen. Oder eine Kolumbianerin, die im Bürgerkrieg drei Söhne verlor und sich nun um inhaftierte Angehörige der für viele Morde zuständigen Farc kümmert. Oder die Eltern einer in Freiburg von einem afghanischen Flüchtling ermordeten Studentin, die im Namen ihrer Tochter eine Stiftung gründeten, die sich ausdrücklich auch für die Förderung ausländischer Student einsetzt.