Dresden-Preis

Dresden-Preis
Preisträger Michail Gorbatschow mit Laudator Gerhart Baum, 2010

Dresden-Preis

Dresden-Preis

Der Dresdner Friedenspreis wird seit 2010 jährlich in der Semperoper vergeben. Als die Idee entstand, einen internationalen Friedenspreis mit dem Namen „Dresden-Preis“ zu initiieren, war eindeutig, wofür er stehen soll. Aus dem Schicksal der Stadt zu lernen, einzugreifen, bevor alles zur Disposition steht wie damals auch die Kunststadt Dresden. Das war und ist die Botschaft. Daran erinnern, das Dresdens Schicksal kein singuläres war, damals nicht und heute nicht. Der noch immer anhaltenden Trauer um das Verlorene eine Dresdner Botschaft hinzufügen, die über das Erinnern hinausgeht: Krieg ist nicht das letzte, es ist das falsche Mittel.

Heute muss man noch eine andere Botschaft hinzufügen, die lange für zu selbstverständlich gehalten wurde, um sie als Botschaft zu formulieren. Indem mit dem Dresden-Preis die Mutigen, die Toleranten, die Mitmenschlichen aus aller Welt ausgezeichnet werden, soll auch die mutige, die tolerante und mitmenschliche Mehrheit in Dresden gestärkt werden.

dresdenpreis
Die Skulptur

Die Preisskulptur „Dresden-Preis“ wurde geschaffen von der Dresdner Bildhauerin Konstanze Feinde Eißner. Sie empfand sie einer in der Bombennacht vom 13./14. Februar 1945 versehrten Dresdner Brunnenfigur nach. Die von dem Bildhauer Hermann Hosaeus 1907 geschaffene Plastik am Mozartbrunnen besteht aus den drei Grazien „Anmut“, „Heiterkeit“ und „Ernst“, die um einen Mozart-Gedenkstein tanzen. Das Denkmal wurde 1945 so stark beschädigt, dass es durch eine Kopie ersetzt werden musste.
Das Vorbild der Dresden-Preis-Bronze, die Grazie „Ernst“, weist Einschüsse auf, ein Teil der Vorderseite wurde weggesprengt, eine Hand fehlt. Das Original steht im Lapidarium der Stadt, in dem noch heute etwa 2000 nach den Bombenangriffe von Denkmalschützern geborgen Reste der zerstörten Stadt aufbewahrt werden.

Dieser Dresden-Preis ist eine wunderbare Idee.

Ich bin gerührt über so viel Symbolkraft.

Dresden lehrt durch sein Schicksal zum einen, dass wir immer der Opfer gedenken müssen. Zum anderen aber lehrt es, dass die Zerstörung Folge verantwortungsloser Politik war.

Das Symbol des Preises ist, dass wir solch einer Politik stets etwas entgegensetzen müssen.

Michail Gorbatschow